Worlds Apart


Hintergrund: Auf dunkelgrauem Grund ist die Ländergrenze von Russland und der Ukraine zu sehen.
Titel: Worlds Apart
Untertitel: Ein eindrückliches Beispiel zum Thema Meinungsbeeinflussung in sozialen Netzwerken ist das Projekt Worlds Apart vom norwegischen Rundfunk NRK. Von Henrik Bøe und Cristian Nicolai Bjørke. Publiziert: 05.04.2022

Folie 2:

Hintergrund: Auf dunkelgrauem Grund ist die Ländergrenze zwischen Russland und der Ukraine zu sehen. Auf der nördlichen Seite der Grenze ist die russische Stadt Belgorod markiert, auf der südlichen Seite die ukrainische Stadt Kharkiv.
Text: Zu sehen ist hier die Grenze zwischen der ukrainischen Stadt Charkiw und der russischen Stadt Belgorod. Diese beiden Städte liegen zwar weniger als 100 km auseinander, doch die Unterschiede hinsichtlich des Contents auf TikTok sind enorm.


Folie 3:

Hintergrund: Es ist dieselbe Ländergrenze wie auf Folie 2 zu sehen. Diesmal wird die südliche Seite der Grenze, also die ukrainische, von einem Foto eines Panzers und Soldaten ausgefüllt.
Text: In Charkiw ist Krieg. Inzwischen gibt es tausende Videos mit realem Kriegsbezug auf TikTok zu sehen. Auch deshalb nutzen immer mehr Menschen die App verstärkt als Informationsplattform.


Folie 4:

Text: Während viele soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und X (ehemals Twitter) in Russland blockiert sind, ist die chinesische Plattform TikTok nach wie vor online. Doch gleichen sich der ukrainische und russische Content auf TikTok?


Folie 5:

Text: Um dies herauszufinden, wurden zwei Bot-Profile erstellt, die sich durch tausende Videos swipen. Die Bots gleichen sich hinsichtlich Geschlecht und Alter. Der einzige Unterschied besteht darin, dass einmal eine russische IP-Adresse und einmal eine ukrainische IP-Adresse verwendet wurde.


Folie 6:

Text: Nach nur wenigen Minuten zeigten sich deutliche Unterschiede. Während das ukrainische Bot-Profil Nykolai 18 Videos von möglichen 25 zum Thema Krieg zu sehen bekam, wurden dem russischen Bot-Profil Alexei lediglich vier Videos mit Bezug zum Krieg gezeigt.


Folie 7:

Text: Ein Grund dafür könnte ein neues Gesetz in Russland sein. Lediglich acht Tage nach Beginn des Krieges wurde ein Gesetz gegen Fake News verabschiedet. TikTok stellte daraufhin die Funktion, Content hochzuladen, ein. Alles, was also Alexei zu sehen bekommt, wurde vor dem Krieg erstellt.


Folie 8:

Über mehrere Wochen wischten die beiden Bot-Profile durch den Algorithmus von TikTok und durch tausende Videos. Am Ende sahen die beiden Profile lediglich 19 gleiche Videos. Keines dieser 19 Videos hatte einen Bezug zum Krieg.


Folie 9:

Text: Unter dem Aspekt, dass in Russland kein Content auf TikTok hochgeladen werden kann, liegen Studien vor, die nachweisen, dass TikTok auch Videos von ausländischen Konten blockiert – ohne dass dies öffentlich bekannt gegeben wird.


Folie 10:

Text: Dies wirft Fragen zur Informationsfreiheit und Meinungsvielfalt auf, da Nutzer/-innen in verschiedenen Regionen unterschiedliche Perspektiven und Informationen erhalten. Es unterstreicht die Herausforderungen, die soziale Medien bei der Verbreitung von Nachrichten und Informationen darstellen, und betont die Bedeutung der Medienkompetenz und kritischen Informationsbewertung für TikTok-Nutzer/-innen weltweit.

Folie 11:

Text: Unter diesem Link (Link in neuem Fenster) können Sie sich das Projekt Worlds Apart näher ansehen.