Wenn Jugendliche von Leveln, Quests und Spielwelten sprechen, geht es um weit mehr als bloßen Zeitvertreib. Doch was passiert eigentlich, wenn Menschen in virtuelle Welten eintauchen und dort Strategien, Geschichten und Gemeinschaft erleben?
Was Gaming bedeutet
Wie Spiele aufgebaut sind
Wie wir Spiele wahrnehmen
Was Gaming bedeutet
Beim heute gängigen Verständnis von Gaming interagieren Spielerinnen und Spieler mit einer Software, die auf einem Bildschirm eine virtuelle Umgebung oder ein Spielgeschehen darstellt. Diese Spiele können vielfältige Formen annehmen und reichen von einfachen Geschicklichkeitsspielen über komplexe Strategiespiele und Rollenspiele bis hin zu immersiven virtuellen Welten. Oftmals erfordern sie von den Spielenden bestimmte Fähigkeiten wie Reaktionsschnelligkeit, taktisches Denken, Problemlösungskompetenz oder Teamfähigkeit.
Der Begriff hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ursprünglich konnte „Gaming“ auch das Spielen um Geld, also Glücksspiel, bezeichnen. Obwohl diese Bedeutung weiterhin existiert, dominiert heute klar die Assoziation mit digitalen Spielen.
Gaming kann sowohl als Freizeitbeschäftigung und Hobby betrieben werden als auch kompetitiven Charakter annehmen. Es hat sich zu einem bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Faktor entwickelt, der eine breite Alters- und Interessengruppe anspricht. Eng mit dem Begriff „Gaming“ verbunden sind auch Bezeichnungen wie „Gamer“ für die Spielenden oder der umgangssprachliche Ausdruck „Zocken“.
Wie Spiele aufgebaut sind
Grundsätzlich ist ein digitales Spiel ein Computerprogramm, bei dem eine oder mehrere Personen durch ihre Eingaben verschiedene Aktionen auslösen und so ein interaktives Erlebnis gestalten. Die zu vermittelnden Inhalte eines Spiels liegen im sogenannten Spielkern und in der Spielhülle. Beide beeinflussen sich gegenseitig und prägen zusammen den Charakter des Spiels.
Anhand eines Brettspiels lässt sich dies anschaulich erklären:
Im Spielkern befinden sich die Spielmechaniken – also Regeln und Gesetzmäßigkeiten, die festlegen, was Spielende tun dürfen oder können. Bei „Mensch ärgere dich nicht“ gehört zum Beispiel die Regel, dass man nur um die Augenzahl in Pfeilrichtung weiterziehen darf, die man zuvor gewürfelt hat.
Die Spielhülle umfasst dagegen alle sichtbaren und wahrnehmbaren Elemente, wie die Gestaltung, Figuren oder die erzählte Geschichte. Bei Mensch ärgere dich nicht wären das das farbige Spielbrett, die Form der Spielfiguren und die Würfel selbst.
Wie wir Spiele wahrnehmen
Die Spielästhetik ist das, was wir von einem digitalen Spiel wahrnehmen. Diese ästhetische Rezeption findet auf mehreren Ebenen statt:
Die Spielästhetik befindet sich in Spielobjekten und -figuren sowie der Spielwelt und Narration. Sie vermittelt Informationen, die die Spielenden nutzen, um dem Spiel eine individuelle Bedeutung zuzuweisen: Die fiktiven Welten wollen entschlüsselt, verstanden und selbst erlebt werden.