TikTok zeigt, wie Creatorinnen und Creator Inhalte gestalten, Trends setzen und mit Algorithmen um Sichtbarkeit kämpfen, von Unterhaltung bis Aktivismus. Erfahren Sie mehr darüber in den drei verschiedenen Kacheln.
Hinweis: TikTok dient in diesem Selbstlernkurs als zentrales Beispiel für algorithmenbasierte zentral-kommerzielle soziale Netzwerke.
Influencerin oder Content Creator?
Was interessiert Jugendliche?
Wer bestimmt, was du siehst?
Influencerin oder Content Creator?
Personen, die auf Social Media eine große Reichweite haben und diese gezielt monetär nutzen, etwa durch Produktempfehlungen oder Lifestyle-Inhalte, sind als Influencerinnen und Influencer bekannt. Sie arbeiten häufig mit Unternehmen zusammen und finanzieren sich über Werbung und Kooperationen.
Daneben gibt es noch Content Creatorinnen und Creator, deren Inhalte üblicherweise weniger werblich sind und oft spezielle Themenschwerpunkte haben. Mit dem Fokus auf die Inhaltsproduktion (Videos, Fotos, Texte) betonen Content Creatorinnen und Creator ihren Arbeitsschwerpunkt und lösen sich vom marketingorientierten Begriff der Influencerinnen bzw. Influencer. Auch die Plattformen selbst bezeichnen ihre Stars mittlerweile als Creatorinnen und Creator. So gibt es auf TikTok z. B. das „Creator Rewards Program“, über das erfolgreiche Nutzende Geld verdienen können.
Die Grenze der beiden Begriffe sind fließend, sodass sie häufig synonym verwendet werden.
Was interessiert Jugendliche?
Die Bandbreite an Creatorinnen und Creatoren ist enorm – von Hobbyfilmerinnen mit wenigen hundert Followerinnen und Followern bis zu internationalen Stars mit Millionenpublikum. Für Jugendliche ist diese Vielfalt attraktiv, weil sie hier Inhalte finden, die zu ihren persönlichen Interessen passen: Comedy, Gaming, Mode, Musik, Sport, Politik, Alltagstipps, DIY-Anleitungen u. v. m.
Es gibt Creatorinnen und Creator für:
Unterhaltung: Produzieren Sketche, Tanzvideos oder Memes. Beispiele sind Tanz-Challenges, humorvolle Alltagsszenen oder Lip-Sync-Clips. (Z. B. @jamal.jamael oder @lisaueb)
Wissensvermittlung: Erklären in kurzen Clips wissenschaftliche Phänomene, geben Lerntipps oder berichten über aktuelle Nachrichten – auch unterhaltsam als sog. Edutainment. (Z. B. @herranwalt oder @molekularinha)
Lifestyle- und Mode: Teilen Einblicke in ihren Alltag, präsentieren Outfits oder Make-up-Tutorials. (Z. B. @jacob_rtt oder @abigailodm)
Aktivismus: Setzen sich für Themen wie Klimaschutz, Gleichberechtigung oder Inklusion ein und nutzen TikTok unter anderem als Sprachrohr für gesellschaftliche Anliegen. (Z. B. @avalino.diversity oder @oleliebl)
Früher zeigten soziale Netzwerke ihre Inhalte in einem chronologischen Feed: Wer postete, erschien der Reihe nach – und man sah ausschließlich Beiträge von Personen, denen man folgte.
Mit dem Content-First-Prinzip (mehr dazu im dritten Abschnitt) hat sich das grundlegend verändert. Heute entscheidet vor allem der Algorithmus, welche Inhalte Nutzende sehen – unabhängig davon, ob sie der Creatorin oder dem Creator folgen.
Für Creatorinnen und Creator bedeutet das: Eine große Zahl an Followerinnen und Followern allein garantiert keinen Erfolg mehr. Stattdessen müssen Inhalte so gestaltet sein, dass sie sowohl die Zielgruppe als auch den Algorithmus begeistern. Das erfordert Flexibilität und schnelle Reaktionen. Creatorinnen und Creator müssen dazu:
Trends nutzen – z. B. populäre Sounds, virale Hashtags oder aktuelle Challenges.
Themen aufgreifen, die gerade „laufen“ – von Gerüchten und Memes bis zu emotional aufgeladenen Debatten.
für möglichst lange Aufmerksamkeit und Interaktion Format und Stil anpassen – mit zentralen Auswirkungen auf die Aufbereitung von Inhalten.
Diese Plattform-Logik hält die Inhalte für Nutzende immer spannend – kann für Creatorinnen und Creator aber auch großen Druck bedeuten. Dabei sollte man gerade als pädagogische Fachkraft im Blick behalten, dass einige TikTok-Stars und -Sternchen selbst noch sehr jung sind.